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gypsy goes jazz #71: Eddie who? Ein Portrait von Eddie Harris (1/2) (26.05.2018, 22:40)

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There’s a guy
You ought to know
He can really play the saxophone
He’s from Chicago
He recorded a song that made a big fuss
On Vee Jay Records
Called Exodus

Eddie Harris ... Eddie Who?
Eddie Harris ... Eddie Who?

 

Eddie Harris kam 1934 in Chicago zur Welt und starb 1996 in Los Angeles. In seinem Song "Eddie who?" blickt er ironisch auf seine Karriere zurück, die mit einem Hit begann, seiner Version der Titelmelodie aus dem Film "Exodus" (mit Paul Newman). In den frühen Sechzigern fing der Tenorsaxophonist in Chicago an, Platten einzuspielen. Seinen eigenen Stil hatte er da bereits gefunden: ein feiner Ton, der mit seiner Leichtigkeit fast an ein Altsaxophon denken lässt, dazu eine äussert differenzierte Phrasierung, die manchmal an eine Trompete erinnert und darunter ein Beat, die die Wurzeln in der Kirche erkennen lassen.

Ein paar Jahre später landete Harris beim grossen Label Atlantic Records, sein erstes Album für das Label hiess "The In Sound" und enthält auch Harris' Komposition "Freedom Jazz Dance", der ich bereits eine Sendung gewidmet habe. Miles Davis und viele andere spielten bald das zickige Thema, das mit einem eingängig rollenden Groove unterlegt wird. Harris experimentierte bald mit einem elektrisch verstärkten Saxophon, dem Varitone (siehe Bild), verfremdete seinen Ton mit Effekten, liess sich eine Trompete mit Saxophonmundstück bauen, spielte Klavier (sein erstes Instrument, einst in der Kirche erlernt) und sang. Dabei entstanden Klassiker wie der Song "Listen Here" oder die Alben "The Electrifying Eddie Harris" und "Plug Me In", aber auch eine ganze LP, die nur aus launigen Ansagen bestand, wie Harris sie bei Auftritten zwischen den Stücken machte.

In den Siebzigern waren die guten Jahre vorbei, Atlantic stellte gegen Ende der Dekade seine Tätigkeit im Bereich des Jazz ein. Harris, der auch davor nie als der Pionier anerkannt wurde, der er eigentlich war, fand am ehesten noch in Europa ein treues Publikum. Es entstand auch in den letzten zwei Jahrzehnten noch manche feine Platte, die Bandbreite blieb gross, auch wenn nicht mehr so viel experimentiert wurde, wie in früheren Jahren.

Ich stelle Harris in drei Stunden mit Aufnahmen als Leader vor, aber auch bei Auftritten mit Les McCann – das Konzert aus Montreux, 1969, ist auf der legendären Platte "Swiss Movement" verewigt – und Jimmy Smith sowie mit Sideman-Aufnahmen. Im Zentrum steht sein Hauptinstrument, das Tenorsaxophon (akustisch und elektrisch verstärkt), aber auch die meisten anderen Facetten seines vielseitigen Werkes werden nicht zu kurz kommen.

Teil 2 ist am 31.05.2018 ab 22:00 zu hören.

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